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Kritiken:
Mit Schwung und Herz: Große Show auf kleiner Bühne
Mit Cole Porter wird in der Dresdner Komödie ein Star-Autor des Broadways selbst zum Helden eines pfiffigen Musicals. Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch, ein Leben wie im Film, seit Dienstag ist er ein Musicalheld: Cole Porter. Mit „Kiss Me, Cole!“ haben Staatsoperette und Komödie Dresden eine Revue auf die Beine gestellt, die sich sehen und hören lassen kann. Wolfgang Adenberg, als Textautor der Erich-Kästner-Adaption „Emil und die Detektive“ erst unlängst über die Operette in Dresden gut gelandet, hat aus Erfolgsliedern des Komponisten und Songschreibers eine Revue gebastelt, die wichtige Stationen im Leben Porters nachzeichnet. Im Zentrum des Geschehens steht dabei seine Liebe zu Linda, der Frau, die ihn herausgefordert, befördert und begleitet hat. Sie war die große platonische Liebe des homosexuellen Künstlers und Lebemanns. Geschickt sind große Hits und Songs mit autobiografischem Bezug in diese Lebensstory eingewoben und bieten Raum für eine klassische Revue, gesungen und getanzt vom Ballettensemble und fünf überzeugenden Solisten. Christian Grygas spielt den Cole, Susanna Panzner ist die Frau an seiner Seite. Weiter auf der Bühne - und damit immer wieder in wechselnden Rollen auch in der Geschichte - sind Bettina Weichert, Mandy Garbrecht und Marcus Günzel zu erleben. Die Show ist das Metier von Choreograf Winfried Schneider, der auf die kleine Bühne der Komödie das Flair der großen Revuebühne zaubert. … … Unterstützt wird er dabei ganz wesentlich durch Ella Späte, die den Bühnenraum praktikabel, schnell verwandelbar, ästhetisch ansprechend und vor allem weitgehend frei gestaltete, sich dafür aber in einer schier unzählbaren Kostümfülle entfaltet hat. Mondäne High Society durch ein halbes Jahrhundert, Showkostüme in jeder Art, das sind Pracht und Fülle, die dem Abend ein einprägsames Kolorit geben. An den Kostümen kann man den Zeitverlauf der Geschichte gut nachvollziehen, musikalisch nähern sich die Arrangements, zum Teil von Manfred Grafe und Bandleader Andreas Henning, eher geradlinig und konventionell aus einer Richtung. … … insgesamt ist „Kiss Me, Cole!“ ein unterhaltsamer Theaterabend mit Schwung und Herz, dem viele Zuschauer zu wünschen sind. Das Premieren-Publikum jedenfalls applaudierte lang und herzlich. Sächsische Zeitung, 26. April 2007
24 Songs vom Glück mit Hindernissen Cole Porter-Revue der Staatsoperette in der Komödie
… Porters Songs sind unschlagbar weil sie gut sind. „Ganz Paris träumt von der Liebe“, „Anything Goes“, „Tomorrow“, „Night and Day“ oder „Kampf dem Mann“ und „Viel zu heiß" aus dem Dauerbrenner "Kiss Me, Kate" nach Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung“. Nur Beispiele! Die Lust auf mehr wird befriedigt, denn mit Christian Grygas als Cole Porter und Susanna Panzner als Linda singt und tanzt ein sympathisches, versiertes Paar durch Höhen und Tiefen. Mal rauer, mal gewieft, mal zwinkernd, immer sehr beweglich, flott im Tanz und stimmlich präsent Marcus Günzel in mindestens fünf Rollen, dazu Bettina Weichert, … … Eine Überraschung mit Raketeneffekt ist Mandy Garbrecht, die Tänzerin mit Gesangstalent und gepfeffertem Charme. Sie hat sogar die Gabe, albern zu sein und dabei ganz und gar nicht albern zu wirken, etwa im Aufklärungsduett „Let's do it“ mit Marcus Günzel. … … Für die zwölf Tänzerinnen und Tänzer in den Choreografien von Winfried Schneider, der auch inszeniert hat, ist die Bühne fast zu eng. Da wünscht man diesem Top-Ensemble, aus dem so präsente Tänzer wie Thomas Miersch und Radek Stopka diesmal stellvertretend genannt seien, doch die Weite einer Bühne mit großer Treppe, denn der Weg in den Himmel dieses Genres führt nun mal über die Revuetreppe. Nicht zu vergessen die große Zahl von Kostümen, mit denen Ella Späte zeitsprunggemäß die Truppe im flinken Wechsel einkleidet, was einen Extraapplaus für alle hinter der Bühne wert ist. Ein Anfang ist gemacht. Ab und an eine weitere Revue, Vergnügen und Denken im Zentrum von Dresden kann nicht schaden. Potenzen sind da, Talente auch. Dresdner Neueste Nachrichten 26.April 2007
City-Premiere gelang mit Glanz
Mit einer glanzvollen Premiere der Musical-Revue „Kiss Me, Cole!“ feierte die Staatsoperette ihren erfolgreichen Einzug in die Dresdner Innenstadt. Nicht am bevorzugten Standort Wiener Platz, dafür im Haus des neuen Partners Komödie (WTC) bewies das Ensemble, dass es im Stadtrandviertel Leuben sein Talent vergeudet. Keiner schlürft Champagner so schön wie Christian Grygas. Die Rolle des schillernden Broadway-Komponisten Cole Porter ist dem Operetten-Beau auf den Leib geschrieben. Seine Leichtigkeit, Eleganz und Poesie zaubert jedem Gast ein Lächeln ins Gesicht. Porters Musik - mitreißend gespielt von der „eastside BIGBAND“ - wird großartig und gefühlvoll interpretiert, vor allem von Susanna Panzner (ausdrucksstarke Stimme), Marcus Günzel (charmanter Bariton) und Bettina Weichert (aufblitzende Musical-Röhre). Ihre Kostüme (Ella Späte) sind glamouröse Beispiele für die Modewelt der 20er- und 30er-]ahre. Fazit: Winfried Schneider brachte mit seiner kurzweiligen Inszenierung ein Stück Broadway nach Dresden. Mehr davon Dresdner Morgenpost, 26.4.2007
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